Sparer-Pauschbeträge noch vor Jahresende nutzen

 

ei den Einkünften aus Kapitalvermögen (z.B. Zinsen, Dividenden, Aktiengewinne/ -verluste, Ausschüttungen von Fonds) steht jedem Steuerzahler ein Pauschbetrag i.H.v. 801 EUR zu. Ehegatten wird ein gemeinsamer Sparer-Pauschbetrag i.H.v. 1.602 EUR gewährt. Bis zur Höhe des Pauschbetrags entfällt damit eine Besteuerung der Kapitaleinkünfte.

Freistellungsaufträge beim Kreditinstitut

Wenn bei einem Kreditinstitut ein Freistellungsauftrag gestellt wurde, werden die Sparer-Pauschbeträge bereits unterjährig durch das jeweilige Kreditinstitut des Steuerzahlers berücksichtigt. Es wird dann erst gar keine Abgeltungssteuer i.H.v. 25 % (zzgl. Soli und Kirchensteuer) einbehalten. Im Idealfall erspart dies die mühsame Belegsuche bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung. Die Angabe der entsprechenden Einkünfte in der Steuererklärung erübrigt sich dann nämlich. Wurde kein Freistellungsauftrag gestellt, werden unterjährig vom Kreditinstitut Abgeltungssteuern einbehalten. Damit der Sparer-Pauschbetrag in Anspruch genommen werden kann, muss dann eine Einkommensteuererklärung inklusive der Kapitalerträge abgegeben werden.

Änderung von Freistellungsaufträgen

Gestellte Freistellungsaufträge können unterjährig beliebig oft geändert werden. Sie gelten dann jeweils rückwirkend ab 01.01. des betreffenden Kalenderjahres. Für bereits zurückliegende Kalenderjahre ist eine Änderung jedoch nicht möglich. Gesetzlich wäre ein solcher Antrag noch bis zum letzten Werktag eines Jahres zulässig (z.B. 30.12.). Viele Kreditinstitute lassen eine Änderung des Freistellungsauftrags aber längstens bis zum 15.12. eines Kalenderjahres zu. Es bietet sich derzeit also an, die bestehenden Freistellungsaufträge zu prüfen.

Beispiel

Ein Steuerzahler hat für das Jahr 2016 bei Bank A einen Freistellungsauftrag i.H.v. 701 EUR erteilt und bei Bank B einen Freistellungsauftrag i.H.v. 100 EUR. Aufgrund der Aufstockung seines Aktiendepots bei Bank B betragen seine Dividendenerträge im Jahr 2016 bisher bereits 350 EUR. Soweit der Freistellungsauftrag überschritten wurde (= 250 EUR) hat Bank B also Abgeltungssteuer (incl. Soli und Kirchensteuer) einbehalten. Bei Bank A werden im Jahr 2016 nur Zinserträge i.H.v. 200 EUR anfallen. Dort ist somit ein überschüssiger Freistellungauftrag i.H.v. 501 EUR vorhanden. Im Ergebnis sind die Freistellungsaufträge des Steuerzahlers auf die Banken A und B ungünstig verteilt. Der Steuerzahler kann noch bis 30.12.2016 (bzw. 15.12.2016) die Freistellungsaufträge bei Bank A und B zu seinen Gunsten ändern. Dadurch kann bei Bank B ein zusätzlicher Pauschbetrag i.H.v. 250 EUR berücksichtigt werden. Der Steuerzahler erhält dann die bisher von Bank B einbehaltenen Abzugssteuern erstattet.

NV-Bescheinigung

Sind die voraussichtlichen Einkünfte des Steuerzahlers so niedrig, dass ohnehin keine Einkommensteuerbelastung entsteht (z.B. Einkünfte unter Grundfreibetrag von 8.652 EUR), kann eine sog. „Nichtveranlagungsbescheinigung“ (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt beantragt werden. Wird diese Bescheinigung beim Kreditinstitut eingereicht, wird ebenfalls kein Steuerabzug auf die Kapitaleinkünfte vorgenommen. Dieses Verfahren bietet sich häufig bei Kindern oder Rentner mit niedrigen Renteneinkünften an.