Pauschalwertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

Bei der Ermittlung der Pauschalwertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden häufig neben dem Ausfallsrisiko auch Skonti und sonstige Erlösschmälerungen, Zinsverluste und Einziehungsrisiken berücksichtigt. Die Finanzverwaltung hat sich nunmehr zu dieser Thematik geäußert (vgl. abgestimmtes Schreiben mit Bund und Ländern des Berliner Finanzsenats vom 31.07.2016). Demnach sei die Berücksichtigung von Zinsverlusten und Einziehungsrisiken im Rahmen der Pauschalwertberichtigung nicht zulässig.

Zinsverluste:

Die Zinsverluste basieren im Wesentlichen auf der Abzinsung der durchschnittlich ausstehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Nach der Rechtsprechung des BFHs (Urteil vom 24.10.2012, Az.: I R 43/11) und der Ansicht der Finanzverwaltung (vgl. BMF-Schreiben vom 16.07.2014, Tz. 21) führt die Abzinsung zwar zu einem niedrigeren Teilwert der betroffenen Forderungen. Die Teilwertminderung ist jedoch nicht dauerhaft. Sie ist nur vorübergehend, da der Abzinsungseffekt sich bis zur Fälligkeit auflöst. Die Forderung wird dann i.d.R. in Höhe des Nennwertes beglichen. Die Finanzverwaltung ist nunmehr der Auffassung, dass Zinseffekte auch bei der Pauschalwertberichtigung nicht berücksichtigt werden dürfen.

Anmerkung:

Die Auffassung der Finanzverwaltung ist strittig, da die o.g. Rechtsprechung, auf der sie beruht, zu Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens ergangen ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen jedoch Umlaufvermögen dar.

Einziehungsrisiko:

Bezüglich des Einziehungsrisikos spricht die Finanzverwaltung v.a. Mahn- und Prozesskosten an. Diese seien bei der Pauschalwertberichtigung nicht zu berücksichtigen. Einziehungskosten fallen nur dann an, wenn die Fälligkeit der Forderung überschritten wird. Bei Einziehungskosten für säumige Zahler ist in der Regel davon auszugehen, dass ein Erstattungsanspruch gegenüber dem Schuldner besteht. Damit ist eine Einbeziehung entsprechender Aufwendungen in die Pauschalwertberichtigung im Normalfall nicht zulässig. Lediglich in den Ausnahmefällen, in denen kein entsprechender Erstattungsanspruch besteht oder in denen das Unternehmen glaubhaft machen kann, dass es auf die Geltendmachung der Kosten aus betrieblichen Gründen verzichtet bzw. verzichten wird, kann ein Einziehungsrisiko berücksichtigt werden.