Hinweise zur Abgeltungssteuer

 

a. Grundsatz

Seit dem 1.1.2009 hat der Steuerabzug bei Kapitalerträgen abgeltende Wirkung. Dies bedeutet: Es besteht grundsätzlich keine Pflicht mehr, diese Erträge in der Steuererklärung anzugeben. Die Besteuerung erfolgt mit einem einheitlichen Steuersatz von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer. Die Kapitalertragsteuer wird nur dann erhoben, soweit die Kapitaleinkünfte den Sparer-Pauschbetrag von 801 € für Ledige oder 1.602 € für Verheiratete übersteigen.

b. Angaben in der Einkommensteuer-Erklärung immer wieder erforderlich

Es zeigt sich immer wieder, dass aus verschiedenen Gründen Angaben in der Einkommensteuer-Erklärung zu erfolgen haben. Dies sind z.B.: - die Freistellungsaufträge wurden nicht zielgerichtet den kontoführenden Kreditinstituten erteilt - Veräußerung von thesaurierenden ausländischen Fonds - ausländische Kapitalerträge - Zinserträge aus Darlehen an Privatpersonen und Unternehmen - bei kirchensteuerpflichtigen Kapitalerträgen wurde keine Kirchensteuer einbehalten.

c. Freistellungsauftrag

Bei Freistellungsaufträgen ist die Angabe der Steuer-Identifikationsnummer (§ 139b AO) im Freistellungsauftrag erforderlich. Dies dient dazu, dass die Überprüfung der Freistellungsaufträge effizienter im Rahmen des Kontrollmitteilungsverfahrens durchgeführt werden kann. Bei gemeinsamen Freistellungsaufträgen von Ehepaaren ist auch die Identifikationsnummer des Ehegatten mitzuteilen. Werden Kapitalerträge bei mehreren Banken erzielt, so ist zu prüfen, ob der Freistellungsauftrag in zutreffender Höhe erteilt bzw. verteilt ist und ob der Sparer-Pauschbetrag voll ausgeschöpft wird. Sollten z.B. bei einem Kreditinstitut (Bank 1) Kapitalertragsteuern auf Zinseinnahmen anfallen und beim anderen Kreditinstitut (Bank 2) Teile des Freistellungsauftrags verfallen, dann ist eine Änderung der Freistellungsaufträge anzuraten.

d. Kirchensteuer

Die Abgeltungsteuer beinhaltet nicht die Kirchensteuer. Die Kirchensteuer wird zusätzlich zur Abgeltungsteuer (Kapitalertragsteuer) festgesetzt. Dabei stellt die Kirchensteuer auf die Kapitalertragsteuer keine Sonderausgabe dar. Um diesen Nachteil auszugleichen, sieht das Gesetz vor, dass sich bei Kirchensteuerpflicht die Abgeltungsteuer ermäßigt. Unterliegen die Kapitalerträge dem Kapitalertragsteuerabzug, dann muss die auszahlende Stelle bei kirchen-steuerpflichtigen Gläubigern auch den Kirchensteuerabzug vornehmen. Dadurch ist auch die Besteuerung hinsichtlich der Kirchensteuer abgegolten.

e. Höhe der Kapitalertragsteuer bei Kirchensteuerpflicht

Nachfolgend drei der häufigsten Fälle zur Kapitalertragsteuer.

Sachverhalt

Kirchensteuer in %

Kapitalertragsteuer in %

Keine Kichensteuerpflicht

0

25.–

Kichensteuerpflicht mit 8%

8

24,51

Kichensteuerpflicht mit 9%

9

24,45