Nachträgliche Anschaffungskosten bei Verzicht auf Kleinanlegerprivileg

 

Gewährt ein Gesellschafter „seiner“ GmbH ein Darlehen und vereinbart, das Darlehen solle wie Eigenkapital behandelt werden und auch in einer Krise der Gesellschaft nicht abgezogen werden können, führt der Ausfall des Darlehens zu nachträglichen Anschaffungskosten beim Gesellschafter. Dies gilt nach Auffassung der Finanzverwaltung jedoch nur, soweit der Gesellschafter nicht vom sog. Kleinanlegerprivileg nach der Insolvenzordnung profitiert, d.h. zu nicht mehr als 10% am Stammkapital der Gesellschaft beteiligt ist.

Dieser Einschränkung erteilte der BFH mit Urteil vom 06. Mai 2014 nunmehr eine deutliche Absage. Halten sich die Beteiligten auch im Insolvenzfall an ihre Abrede, kommt es für die Qualifikation als nachträgliche Anschaffungskosten nicht auf die Höhe der Beteiligung an.

Wesentlich ist allein die „Krisenbestimmtheit“ des Darlehens.