Nachträgliche Anschaffungskosten bei Inanspruchnahme aus Gesellschafterbürgschaft

 

Immer wieder ist strittig, ob die Erfüllung einer Gesellschafterbürgschaft zu nachträglichen Anschaffungskosten der Beteiligung führt.


In einem beim Bundesfinanzhof (BFH) entschiedenen Fall übernahm ein Allein-Gesellschafter einer GmbH eine unbeschränkte selbstschuldnerische Bürgschaft zur Sicherung aller bestehenden und künftigen Verbindlichkeiten der GmbH gegenüber der Bank X. Die Gesellschaft befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Krise.
4 Jahre später wurde der Gesellschafter von der Bank X aus der Bürgschaft in Anspruch genommen. Nach weiteren 4 Jahren wurde die Gesellschaft wegen Vermögenslosigkeit aufgelöst. Eine Rückzahlung der Bürgschaftsleistung an den Gesellschafter konnte die GmbH nicht vornehmen.

Der BFH kam zur Auffassung, dass die Bürgschaftsleistung als nachträgliche Anschaffungskosten der Beteiligung anzusehen ist. Die Übernahme der Bürgschaft war durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst und die Rückgriffsforderung gegen die Gesellschaft sei wertlos gewesen.


Siehe hierzu Urteil des BFH vom 20.8.2013, Az. IX R 1/13