Festveranstaltungen von Vereinen

Sommerzeit heißt auch immer - Zeit für Sommerfeste!

Insbesondere wenn solche Veranstaltungen durch Vereine durchgeführt werden, gilt es jedoch auch an die steuerlichen Grundsätze und Folgen zu denken. Das Bayerische Landesamt für Steuern hat nun pünktlich zu der bevorstehenden Festzeit ein Informationsschreiben veröffentlicht, in denen zu einer Vielzahl von steuerlichen Fragen bei der Durchführung von Festveranstaltungen durch Vereine Stellung genommen wird.

Ein Verein unterliegt als Körperschaft (unabhängig von einer Eintragung im Vereinsregister) grundsätzlich mit seinem gesamten Einkommen der Körperschaft- und Gewerbesteuer. Vereine, die wegen Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke als steuerbegünstigt anerkannt sind, werden aber in weiten Bereichen von diesen Steuern befreit. Die Steuerbefreiung erstreckt sich auf die Geschäftsbereiche ideeller Bereich, Vermögensverwaltung und Zweckbetrieb.

Wichtig ist daher, dass die Einnahmen und Ausgaben eines Vereins diesen vier Bereichen klar zugeordnet werden können. Diese Zuordnung dient sowohl der Überprüfung der tatsächlichen Geschäftsführung in gemeinnützigkeitsrechtlicher Hinsicht, als auch der Besteuerung des steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs. Hierzu führt das Bayerische Landesamt für Steuern in seinem Schreiben Folgendes aus: „Mit der Steuererklärung ist dem Finanzamt eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, in dem auch alle Einnahmen und Ausgaben der Festveranstaltung erfasst sind, in der Regel ein Festprogramm und ein Exemplar der Festschrift vorzulegen.

Die Einnahmen und Ausgaben sind einzeln aufzuzeichnen; eine Saldierung darf nicht erfolgen. Für die Festveranstaltung kann aber auch, zusätzlich zur Gewinnermittlung für den laufenden Vereinsbetrieb, eine gesonderte Gewinnermittlung eingereicht werden. Wenn sich Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit dem Fest auf mehrere Jahre verteilen, muss dies kenntlich gemacht werden.“ Vereine haben hierbei zu beachten, dass Einnahmen und Ausgaben im Rahmen einer Festveranstaltung in allen steuerlichen Bereichen eines Vereins, also auch im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, anfallen.

Es gilt der Grundsatz: Die Einnahmen und Ausgaben sind den Bereichen zuzuordnen, durch die sie veranlasst wurden, wobei der primäre Anlass maßgeblich ist. Nach Auffassung des Bayerischen Landesamts für Steuern liegt dieser im Zweifel im ideellen Bereich oder im Bereich des Zweckbetriebs, allerdings soll eine Aufteilung von gemischt veranlassen Aufwendungen immer dann zwingend sein, wenn ein objektiver Aufteilungsmaßstab existiert. Wann dieses der Fall sein soll stellt das Schreiben in einer sehr ausführlichen Tabelle dar. Beispielhaft sind die Einnahmen aus der Verpachtung des Festzelts, ohne aktive Mitwirkung des Vereins z.B. Mithilfe bei Bedienung oder Ausschank, dem vermögensverwaltenden Bereich zuzuordnen, während der Verkauf von Speisen und Getränken bei Eigenbewirtschaftung dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnen ist. Entsprechend dieser Zuordnung sind z.B. auch die Ausgaben von Musikkapellen dem jeweiligen Bereich zuzuordnen.

Doch auch wenn Einnahmen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzurechnen sind unterliegt dieser nicht der Besteuerung, wenn die Jahreseinnahmen einschließlich der Umsatzsteuer die Besteuerungsgrenze von 35.000 € nicht übersteigen. Für diese Besteuerungsgrenze überschritten, so ist vom Gewinn des Steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs ein Freibetrag in Höhe von 5.000 € abzuziehen.

Daneben stellt das Informationsschreiben ausführlich die umsatzsteuerlichen Folgen der Durchführung einer Festveranstaltung durch einen Verein dar. Vereine sollten die steuerlichen Folgen einer Festveranstaltung schon im Vorfeld in ihre Planungen mit einbeziehen. Gerne unterstützen wir Sie hier in der steuerlichen Beurteilung, damit ihr Fest nicht nur für ihre Besucher ein voller Erfolg wird.