Betreuung Haustier als haushaltsnahe Dienstleistung § 35a EStG

a. Betreuung Haustier außerhalb der Wohnung
Ein immer wieder anzutreffender Sachverhalt.
Ein Steuerpflichtiger besitzt zwei Hunde, für die mehrmals im Monat ein Betreuungsservice in Anspruch genommen wird. Der Betreuungsservice holt die Hunde von der Wohnung ab und führt sie in der Natur aus.
Danach werden die Hunde wieder zur Wohnung gebracht.

Nach Auffassung des Finanzgerichts Münster vom 25.5.2012, 14 K 2289/11 E, EFG 2012 S. 1674 rechnen diese Aufwendungen nicht zu den haushaltsnahen Dienst-leistungen i.S. des § 35a EStG. Der Hauptgrund liegt darin, dass die Hunde nicht in der Wohnung oder im Garten des Steuerpflichtigen, sondern außerhalb des Haushalts ausgeführt werden. Hier taucht wieder die Problematik - wie in vielen anderen Sachverhalten - auf: Im Haushalt ausgeführt oder für den Haushalt ausgeführt.

b. Betreuung Haustier in der Wohnung
Ein Ehepaar hält in der gemeinsamen Wohnung eine Hauskatze. Wenn das Ehepaar nicht anwesend ist, übernimmt eine Tier- und Wohnungsbetreuerin die Betreuung der Katze. Die Rechnungen wurden durch Banküberweisung beglichen.
Das Finanzamt versagte die Steuerermäßigung nach § 35a EStG. Dies unter Hinweis auf das BMF-Schreiben zu § 35a EStG, wonach eine Steuerermäßigung für Tierbetreuungs-, -pflege- und -arztkosten ausgeschlossen sei.

Der BFH hat mit Urteil vom 3.9.2015, VI R 13/15, gegen die Finanzverwaltung entschieden. Nach Auffassung des BFH sind im vorliegenden Fall die Tierbetreuungskosten als Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen anzuerkennen.
Unter die nach § 35a EStG begünstigen Aufwendungen sind auch Leistungen, die ein Steuerpflichtiger für die Versorgung und Betreuung des in seinen Haushalt aufgenommenen Haustiers erbringt, einzuordnen.