Aufstockung eines Investitionsabzugsbetrags zulässig

Kleinere und mittlere Betriebe können für künftige Investitionen in bewegliches Anlagevermögen (Maschinen, Geschäftseinrichtung o.ä.) einen gewinnmindernden Investitionsabzugsbetrag (IAB) i.H. von 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, maximal 200.000 € pro Betrieb, bilden, soweit diese gewisse betriebliche Größenmerkmale nicht überschreiten. Wird die Investition nicht innerhalb von drei Jahren durchgeführt, wird der Investitionsabzugsbetrag rückwirkend wieder aufgelöst. Streitig war bislang, ob eine Aufstockung eines bereits gebildeten IAB innerhalb des dreijährigen Investitionszeitraums zulässig ist, wenn der IAB im Jahr der Bildung nicht in voller Höhe ausgeschöpft wurde.

Der BFH hatte hier mit Urteil vom 12.11.2014 dem Steuerpflichtigen diese Möglichkeit eingeräumt. Nun erkennt das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in einem aktuellen Schreiben vom 15.1.2016 diese Rechtsprechung des BFH an.

Beispiel:
A plant im Jahr 2018 eine Maschine im Wert von 100.000 € anzuschaffen. Er könnte daher zulässiger Weise in seiner Gewinnermittlung zum 31.12.2015 einen IAB i.H.v. 40 % von 100.000 € = 40.000 € gewinnmindernd berücksichtigen. Bildet der A hingegen zum 31.12.2015 lediglich einen IAB für diese beabsichtigte Investition i.H.v. 20.000 €, kann dieser nun im verbleibenden Investitionszeitraum diesen IAB bis auf den Maximalbetrag i.H.v. 40.000 € aufstocken.

Das BMF knüpft die Möglichkeit der Aufstockung jedoch an folgende Bedingungen:
• Der Betrieb darf auch im Jahr der Aufstockung die gesetzlichen Größenmerkmale nicht überschreitet.
• Die Investition ist noch möglich ist und der Investitionszeitraum von drei Jahren noch nicht abgelaufen.

Hinweis:
Damit gibt das BMF den Steuerpflichtigen ein flexibles Gestaltungsmittel in die Hand. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern!