Aufwendungen für Dienstjubiläum als Werbungskosten abziehbar

Ein Dienstjubiläum ist ein berufsbezogenes Ereignis und daher sind die damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen für eine betriebsinterne Feier als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit abzugsfähig - so der BFH in einem aktuellen Urteil.

So beteiligt sich der Fiskus an ihrer Feier

Im Urteilsfall klagte ein Beamter welcher selbst beim Finanzamt beschäftigt war. Dieser lud zu seinem 40-jähriges Dienstjubiläum für die Zeit von 11 Uhr bis 13 Uhr zu einer Feier in den Sozialraum des Finanzamts ein. Die Einladung richtete er per E-Mail an alle Amtsangehörigen des Finanzamts. Zur Bewirtung der Gäste bestellte er für 50 Personen Häppchen und kaufte Wein und Sekt ein. Die ihm durch die Feier entstandenen Kosten in Höhe von insgesamt 833,73 EUR machte er als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit geltend. Zu Recht wie der BFH nun entschied. Insbesondere die Einladung aller Kollegen des Finanzamts spräche gegen private, der Lebensführung des Steuerpflichtigen zuzurechnenden Umständen der Feier. Zuletzt schließe die maßvolle Höhe der Kosten, Veranstaltungsort und -zeit sowie die „Genehmigung“ der Feier durch die Amtsleitung eine private Veranlassung aus.

Beachten Sie

Es ist sorgfältig zu prüfen, ob eine solche Feier nicht dem privaten Bereich zuzuordnen ist. Insoweit ist mitentscheidend, welche Personen eingeladen werden. Werden Arbeitskollegen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten betrieblichen Einheit (z.B. alle Arbeitnehmer einer Abteilung) oder nach ihrer Funktion, die sie innerhalb des Betriebs ausüben (z.B. alle Außendienstmitarbeiter oder Auszubildenden), eingeladen, legt dies den Schluss nahe, dass die Aufwendungen für diese Gäste (nahezu) ausschließlich beruflich veranlasst sind. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige zu einzelnen dieser eingeladenen Kollegen freundschaftlichen Kontakt pflegen sollte. Werden demgegenüber nur einzelne Arbeitskollegen eingeladen, kann dies auf eine nicht nur unerhebliche private Mitveranlassung der Aufwendungen für diese Gäste schließen lassen – in diesen Fällen beteiligt sich der Fiskus nicht an den Aufwendungen für die Feierlichkeiten!.