Wärmeentnahme bei BHKW und Umsatzsteuer

Wird bei einem BHKW die Wärme zur Beheizung der eigengenutzten Wohnung verwendet, dann bereitet die steuerliche Bewertung dieser Entnahme immer wieder Schwierigkeiten.

a) Vereinfachungsregelung
Im BMF-Schreiben vom 19.9.2014 wird unter IV. Ziff. 2., letzter Absatz, wie folgt ausgeführt:
Aus Vereinfachungsgründen ist es jedoch nicht zu beanstanden, wenn der Unternehmer die unentgeltliche Wärmeabgabe nach dem bundesweit einheitlichen durchschnittlichen Fernwärmepreis des jeweiligen Vorjahres auf Basis der jährlichen Veröffentlichungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (sog. Energie-daten) bemisst.

b) Anmerkung
Diese Vereinfachungsregelung ist vor allem bei Betreibern von BHKW hilfreich, die keine Möglichkeit des Fremdbezugs von Fernwärme haben. Der Selbstkostenansatz führt regelmäßig zu wesentlich höheren Werten und erfordert zudem viel Rechenaufwand.

c) Berechnung für 2014
Die Fernwärmepreise für Haushalte finden sich in Tabelle 26, Zeile 22 der Excel-Arbeitsmappe des BMWi. Für 2014 sind die Wertangaben des Jahres 2013 zu verwenden.
Im Jahr 2013 lag der Fernwärmepreis bei 25,62 €/GJ.
1 GJ ≈ 278 kWh
Somit: 25,62 € : 278 = 0,09216 Euro je kWh bzw. 9,216 Cent je kWh

Dabei handelte es sich um Bruttowerte – also incl. Umsatzsteuer. Der Nettowert beträgt somit 7,745 Cent je kWh.
Dieser Wert gilt für die umsatzsteuerliche Bewertung der im Jahre 2014 selbst verbrauchten (oder selbst genutzten) Wärme aus dem BHKW.

Die Aussagen des BMF-Schreibens vom 19.9.2014 beziehen sich ausschließlich auf die Umsatzsteuer. Für die ertragsteuerliche Bewertung gilt der Teilwert. Dies sind in der Regel die steuerlichen Herstellungskosten.