Neues zur Erhebung der Kirchensteuer zur Abgeltungsteuer

 

Nach bisherigem Recht gibt es zwei Möglichkeiten die Kirchensteuer zur Abgeltungsteuer zu entrichten. Zum einen kann die Bank direkt mit der Einbehaltung und Abführung der Kirchensteuer beauftragt werden (die entsprechenden Formulare sind bei Ihrer Bank erhältlich). In diesem Falle reduziert sich der Abgeltungsteuersatz von 25 % gleich auf 24,51 % (bei 8 % Kirchensteuer) bzw. 24,45 % (bei 9 %). Zum anderen kann die Kirchensteuer im Rahmen der Einkommensteuererklärung nacherklärt werden. Dazu müssen dann sämtliche Kapitalerträge in der Anlage KAP erklärt werden, so dass der von Gesetzgeber gewünschte Vereinfachungseffekt vollständig verpufft.

Da die Praxis gezeigt hat, dass nur sehr wenige Bürger ihre Bank mit der Einbehaltung und Abführung der Kirchensteuer beauftragt haben und zudem nicht alle ihrer Verpflichtung zur Nacherklärung der Kirchensteuer im Rahmen der Einkommensteuererklärung nachgekommen sind, wird das bisherige Verfahren ab dem Jahr 2014 (für alle Kapitalerträge, die nach dem 31.12.2013 zufließen) durch einen verpflichtenden Kirchensteuerabzug seitens des Abzugsverpflichteten (i.d.R. die Bank) ersetzt (gesetzliche Neuregelung durch das Beitreibungsrichtlinien-Umsetzungsgesetz).

Dazu muss der Abzugsverpflichtete einmal jährlich zwischen dem 1.9. und dem 31.10. beim Bundeszentralamt für Steuern anfragen, ob der Schuldner der Kapitalertragsteuer (also der Bürger) am 31.8. des betreffenden Jahres kirchensteuerpflichtig war. Diese Daten werden dann für den Kirchensteuerabzug zugrunde gelegt. Soweit sich dann unterjährige Änderungen ergeben (z.B. Austritt aus der Kirche), kann dies dann im Rahmen der Einkommensteuererklärung für das jeweilige Jahr bereinigt werden.

Hinweise:

Aus Datenschutzgründen erhält der Abzugsverpflichtete (z.B. die Bank) lediglich eine dreistellige Kodierung für den vorzunehmenden Kirchensteuerabzug. Ihm wird also nicht bekannt, welcher Religionsgemeinschaft der Bürger tatsächlich angehört.

Der Datenabruf kann auch gesperrt werden (schriftlich bzw. beim Onlineportal des Bundeszentralamtes für Steuern - BZSt). Dies muss den Bürgern vor der Abfrage durch den Abzugsverpflichteten (i.d.R. die Bank) auch mitgeteilt werden. Wird ein solcher Sperrvermerk veranlasst, teilt dies das BZSt dem zuständigen Finanzamt mit, das dann den Bürger zur Abgabe einer Steuererklärung auffordert.