Aufwendungen eines Studenten als Werbungskosten

 

Die Kosten für ein Studium nach einer vorrangegangenes abgeschlossenen Berufsausbildung sind grundsätzlich als vorweggenommene Werbungskosten beim Studenten zu beurteilen.

Das Finanzgericht Baden-Württemberg hatte mit Urteil vom 16.12.2009 - 1 K 3933/09 – über die Abzugsfähigkeit von Fahrt- und Unterkunftskosten sowie der Höhe der Kosten für einen Fahrraddiebstahl zu entscheiden. Danach dürfen die Kosten für die Wohnung am Studienort sowie die Fahrten von der elterlichen Wohnung zu seiner Wohnung am Studienort bzw. zur Hochschule unter den Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsführung als vorweggenommene Werbungskosten berücksichtigt werden.

Für die Annahme einer doppelten Haushaltsführung reicht die fortwährende Nutzung eines bisherigen Zimmers, das in die Wohnung der Eltern integriert ist, nicht. Gleiches gilt auch, wenn dieser sich weder an den Kosten des Hausstands beteiligt, noch die Haushaltsführung mitbestimmt. Auch ein Abzug als Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 S. 3 EStG scheidet in dieser Konstellation ebenfalls aus.

Die durch den Diebstahl eines Fahrrads verursachten Kosten stellen Werbungskosten dar, wenn der Verlust so gut wie ausschließlich beruflich und nicht wesentlich durch den Steuerpflichtigen privat mit veranlasst ist.