Absetzbarkeit einer Arbeitsecke

 

Viele Hoffnungen von Steuerpflichtigen wurden gleich in den ersten Tagen des Jahres begraben: Der BFH urteilte in seiner am 28.1.2016 veröffentlichten Grundsatzentscheidung, dass der anteilige Abzug der Kosten für einen teilweise als Arbeitszimmer genutzten Raum ausscheidet. Nach Ansicht des Großen Senats des BFH können die Aufwendungen für ein Arbeitszimmer nur dann geltend gemacht werden, wenn das Zimmer der ausschließlichen betrieblichen oder beruflichen Nutzung dient und hinreichend von den privaten Wohnräumen abgegrenzt werden kann. Kosten der privaten Lebensführung sollen nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt werden können, so dass der Abzug der Kosten einer sogenannten Arbeitsecke ausscheidet.

Beachten Sie:
Der BFH hat jedoch auch klargestellt, dass Aufwendungen für Räume innerhalb des privaten Wohnbereichs des Steuerpflichtigen, die nicht dem Typus des häuslichen Arbeitszimmers entsprechen, unbeschränkt als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten abziehbar seien, wenn sich der betriebliche bzw. berufliche Charakter des Raums und dessen Nutzung anhand objektiver Kriterien feststellen lassen. Dies soll z.B. vorliegen bei einer Notarztpraxis im eigenen Haus des Arztes oder einem häuslichen Tonstudio. Der für die Abzugsbeschränkung bei einer Arbeitsecke maßgebliche Grund der nicht auszuschließenden privaten Mitbenutzung gilt für diese Räume nicht.