Meisterbonus mindert Werbungskostenabzug nicht

Bildung ist Kapital.

Viele Gesellen aus Handwerk oder Industrie bilden sich daher beruflich zum Meister bzw. Techniker fort. Die Aufwendungen für die Weiterqualifizierung müssen sie dabei meist selbst tragen. Nebeneinander zwischen staatlichem Zuschuss und Werbungskosten In vielen Bundesländern wird daher die Fortbildung zum Meister oder einem gleichwertigen Abschluss in Handwerk oder Industrie durch einen staatlichen Zuschuss gefördert (z.B. „Meisterbonus“, „Meister-Extra“).

Gleichzeitig können die Aufwendungen für die Meisterausbildung, die die Teilnehmer der Fortbildungsmaßnahme selbst tragen, als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit steuerlich geltend gemacht werden. Streitig war, ob die Werbungkosten des Fortbildungsteilnehmers um den erhaltenen staatlichen Zuschuss zu kürzen sind. Entscheidung des Finanzgerichts München. Das Finanzgericht München hatte nun über einen bayerischen Fall (Meisterbonus i.H.v. 1.000 EUR) zu entscheiden.

Es kam dabei zu Gunsten des Klägers zu der Auffassung, dass das Finanzamt die Werbungskosten nicht um den erhaltenen Meisterbonus kürzen darf. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Begründung:

Die vom Kläger getragenen Fortbildungskosten stellen unstrittig Werbungskosten dar. Sie können in voller Höhe steuermindernd geltend gemacht werden. Die Werbungskosten sind insbesondere nicht nach § 3c Abs. 1 EStG zu kürzen. Eine Kürzung wäre nur durchzuführen, wenn die Kosten im Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen stünden. Dies ist jedoch nicht der Fall. Als Einnahmen kommen hier zum einen der Arbeitslohn und zum anderen der Meisterbonus in Betracht. Beide sind aber nicht steuerfrei.

Der Arbeitslohn des Klägers ist steuerpflichtig. Der Meisterbonus ist bereits nicht steuerbar (und eben nicht steuerfrei). Außerdem würde bzgl. des Meisterbonus nach Auffassung des Gerichts schon kein wirtschaftlicher Zusammenhang mit den entstandenen Fortbildungskosten bestehen. Im Ergebnis können also sämtliche Werbungskosten steuermindernd geltend gemacht und der Meisterbonus ohne Steuerbelastung vereinnahmt werden. Reaktion der Finanzverwaltung Erfreulicherweise hat das Bayerische Landesamt für Steuern mit einer aktuellen Verfügung die Entscheidung des Finanzgerichts anerkannt. Die Argumentation des Gerichts sei stichhaltig und überzeugend, so die Finanzbehörde.