Kinderbetreuungskosten bei geplanter Arbeitsaufnahme oder zukünftiger Tätigkeit

 

Das Finanzgericht Düsseldorf hat in einem Klageverfahren von Ehegatten, bei denen die Ehefrau in der Zeit von Januar bis September arbeitslos gemeldet war, entschieden, dass die Aufwendungen für die Kinderbetreuung in dieser Zeit erwerbsbedingt sind und deshalb wie Werbungskosten oder Betriebsausgaben abzogen werden können.

Die Kinder wurden in einer offenen Ganztagesschule betreut. Der Betreuungsvertrag war nur zum Schuljahresende kündbar. Die Anmeldung erfolgte durch die Eltern im Vorjahr, in dem die Mutter noch in einem Arbeitsverhältnis stand. Trotz nachgewiesener Bemühungen fand die Mutter erst ab Oktober wieder eine neue Arbeitsstelle.

Das Finanzamt wollte die Kinderbetreuungskosten nur für die ersten vier Monate der Arbeitslosigkeit der Mutter anerkennen. Das Finanzgericht Düsseldorf berücksichtigte die Aufwendungen hingegen während des gesamten Zeitraums der Arbeitslosigkeit.

Die Bedeutung dieses Urteils geht indes über den entschiedenen Sachverhalt hinaus. Es betrifft alle Eltern, die sich im Hinblick auf die geplante Erwerbstätigkeit bereits zeitlich vorgelagert um eine Betreuung des Kindes/der Kinder bemühen. Insbesondere werden auch geplante Arbeitsaufnahme und beginnendes Kindergartenjahr in vielen Fällen zeitlich nicht zusammenfallen. Vorab entstandene und geleistete Aufwendungen für die Kinderbetreuung sind in diesen Fällen dennoch steuerlich wie Werbungskosten oder wie Betriebsausgaben abzugsfähig.