Ausbildung zum Rettungssanitäter als Erstausbildung

 

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 27.10.2011, VI R 52/10 entschieden, dass die Ausbildung zum Rettungssanitäter eine Erstausbildung im steuerrechtlichen Sinn ist.

Der Steuerpflichtige, der beim BFH obsiegt hat, absolvierte nach dem Abitur den Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz in der Zeit von September 2003 bis Juni 2004 als Rettungssanitäter, nachdem er die entsprechende Ausbildung nach Maßgabe der landesrechtlichen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Rettungssanitäter erfolgreich absolviert hatte. Interessant ist dieses Urteil nicht nur aber vor allem für Studenten, die nach dem Abitur Zivildienst im medizinischen Bereich geleistet und den Zivildienst mit einer abgeschlossenen Ausbildung zum Rettungssanitäter verlassen haben.

Konsequenz aus dem Urteil des BFH ist, dass alle Rettungssanitäter, die ein Studium oder eine weitere Berufsausbildung beginnen, im steuerrechtlichen Sinn ein Zweitstudium oder eine Zweitausbildung absolvieren. Die Aufwendungen hierfür sind dann automatisch den Betriebsausgaben oder Werbungskosten zuzuordnen.

xIn Fällen, in denen die Aufwendungen während des Studiums die Einnahmen übersteigen, kann eine gesonderte Feststellung des durch den Überschuss der Aufwendungen über die Einnahmen (sofern überhaupt Einnahmen vorhanden) entstehenden steuerlichen Verlustes durchgeführt werden und dadurch können die Aufwendungen steuermindernd in die Zeit der Berufstätigkeit und der damit verbundenen steuerpflichtigen Einkünfte mitgenommen werden.