Eigener Hausstand bei einer doppelten Haushaltsführung

 

Die Frage, inwieweit bei einem alleinstehenden Arbeitnehmer ein eigener Hausstand vorliegt, ist mittlerweile zum „Dauerbrenner“ geworden. Erneut hat der BFH nunmehr zu diesem brisanten Thema Stellung genommen.

a) Sachverhalt
Eine geschiedene Arbeitnehmerin machte Aufwendungen im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung geltend. Die Unterkunft am Arbeitsort war 27 qm groß, die Wohnung im Haushalt der Eltern hingegen 52 qm. Das Finanzamt versagte die Anerkennung mit der Begründung, die Arbeitnehmerin sei in den Haushalt der Eltern eingegliedert.

b) Entscheidung des BFH mit Urteil vom 28.3.2012, VI R 87/10
Im Rahmen der doppelten Haushaltsführung ist zwischen dem Unterhalten eines eigenen Haushalts und der Frage, wer die Kosten dafür trägt, zu unterscheiden. Einen eigenen Hausstand kann auch unterhalten, wer die Mittel dazu von einem Dritten erhält. Wird der Haushalt in einer in sich abgeschlossenen Wohnung geführt, die auch nach Größe und Ausstattung ein eigenständiges Wohnen und Wirtschaften gestattet, wird regelmäßig vom Unterhalten eines eigenen Hausstands auszugehen sein.

c) Hinweis
Der BFH hat den Fall an das Finanzgericht zurückverwiesen. Dieses wird unter Beachtung der o.g. Grundsätze den Fall nunmehr erneut prüfen. Aufgrund des Urteils sollte beachtet werden, dass eine Wohnung im Haus der Eltern – zumindest für sich allein betrachtet – kein (negatives) Abgrenzungskriterium darstellt.