Behindertengerechter Umbau als außergewöhnliche Belastungen

 

In seiner Entscheidung vom 24.2.2011 (Az.: VI R 16/10) hatte der BFH darüber zu entscheiden, ob Umbaukosten an einem Gebäude anlässlich der Geburt eines schwerbehinderten Kindes (Aufwendungen: rd. 230.000 €) als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen sind. Die Finanzverwaltung lehnte eine steuerliche Berücksichtigung bisher auf Grund des entstandenen Gegenwerts ab.


Behinderungsbedingte, notwendige Umbaumaßnahmen begründen nach Auffassung des BFH keinen über den individuellen Nutzungsvorteil hinausgehenden Gegenwert, sondern eine aus tatsächlichen Gründen zwangsläufige Mehrbelastung des Steuerpflichtigen. Auch ist ein Gegenwert, der allein auf der möglichen Nutzung der Umbauten durch nichtbehinderte Familienangehörige beruhen soll, kein realer Gegenwert und mithin ungeeignet, ein Abzugsverbot für zwangsläufig erwachsene und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen mindernde Aufwendungen zu begründen.