Entsendung von Arbeitnehmern

 

Werden Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber zeitlich befristet an ein verbundenes Unternehmen (z.B. Tochtergesellschaft) entsendet, stellt sich die Frage, inwieweit die entstehenden Aufwendungen als Reisekosten berücksichtigt werden können. Dies gilt insbesondere für Fahrtkosten und Mehraufwendungen für Verpflegung. Wird diese Frage bejaht, besteht folglich auch die Möglichkeit der steuerfreien Erstattung der Aufwendungen durch den Arbeitgeber.

Die OFD Münster hat in ihrer Kurzinformation Nr. 1/2011 vom 4.1.2011 hierzu wie folgt Stellung genommen:

a) Fallgruppe 1
Das mit dem bisherigen Arbeitgeber abgeschlossene Dienstverhältnis ruht für die Dauer der Entsendung. Der Arbeitnehmer schließt mit dem (neuen) Arbeitgeber für die Dauer der Entsendung einen eigenständigen Arbeitsvertrag ab.

Folge:
Für den Arbeitnehmer entsteht am neuen Tätigkeitsort eine regelmäßige Arbeitsstätte. Ein Abzug der Aufwendungen im Rahmen der Reisekosten und eine steuerfreie Erstattung des Arbeitgebers ist somit nicht möglich. Ggf. können die Aufwendungen – bei Vorliegen der Voraussetzungen – im Rahmen der doppelten Haushaltsführung berücksichtigt werden.

b) Fallgruppe 2
Der bisherige Arbeitgeber entsendet seinen Arbeitnehmer vorübergehend an das andere Unternehmen. Es wird kein neuer Arbeitsvertrag abgeschlossen.

Folge:
Nunmehr liegt eine vorübergehende Auswärtstätigkeit vor. Die Aufwendungen können nach Reisekostengrundsätzen ermittelt und vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden.