Unfallkosten auf dem Weg zur Arbeit – Bundesregierung gibt Entwarnung!


Für Wege zwischen der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte können pro aufgesuchtem Arbeitstag 0,30 € für jeden Entfernungskilometer angesetzt werden. Diese Pauschale ist unabhängig von dem benutzten Verkehrsmittel. Nach § 9 Abs. 2 EStG sind durch die Entfernungspauschale sämtliche Aufwendungen des Steuerpflichtigen für diese Wegekosten abgegolten.

Dies gilt z. B. auch für Parkgebühren für das Abstellen des Kraftfahrzeugs während der Arbeitszeit, Versicherungsbeiträge für einen Insassenunfallschutz oder Aufwendungen infolge Diebstahls. Nach Auffassung der Finanzverwaltung sind jedoch Unfallkosten, die auf einer Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte oder auf einer zu berücksichtigenden Familienheimfahrt entstehen, als außergewöhnliche Aufwendungen im Rahmen der allgemeinen Werbungskosten nach § 9 Abs. 1 S. 1 EStG weiterhin neben der Entfernungspauschale zu berücksichtigen – also durch diese nicht abgegolten. Dem widersprach jedoch erst kürzlich der Bundesfinanzhof (BFH).

Die Formulierung sei eindeutig und erfasse auch Unfall- und Reparaturkosten, ein zusätzlicher Abzug von außergewöhnlichen Kosten sei somit nicht zulässig. Mit der Entfernungspauschale wird vielmehr eine umfassende Abgeltung sämtlicher Kosten bewirkt. Für Steuerpflichtige stellte sich daher die wichtige Frage: Wird die Finanzverwaltung eventuell in der Zukunft von ihrer großzügigen Regelung abweichen?

Genau diese Frage beantwortete nun die Bundesregierung auf die schriftliche Anfrage eines Bundestagsabgeordneten: „Aus Billigkeitsgründen wird es von der Verwaltung ausnahmsweise jedoch nicht beanstandet, wenn Aufwendungen für die Beseitigung eines Unfallschadens bei einem Verkehrsunfall neben der Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend gemacht werden.” Voraussetzung für diese Billigkeitsregelung ist: Der Verkehrsunfall hat sich bei einer dieser drei Fahrten ereignet: - zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, - auf einem Umweg zum Betanken des Fahrzeugs oder - auf einem Umweg zur Abholung der Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft.

Weitere wichtige Voraussetzung für die Anwendung der Billigkeitsregelung: Der Fahrer darf bei dem Unfall nicht alkoholisiert gewesen sein. Beachten Sie: Diese Grundsätze gelten auch bei Freiberuflern und Gewerbetreibenden. Diese sollten daher Unfallkosten auf einer Fahrt zwischen der Wohnung und der Praxis bzw. dem Betrieb steuermindernd geltend machen. Für alle Steuerpflichtigen gilt jedoch: Ein Abzug der Unfallkosten ist nur möglich, wenn diese nicht von einer Versicherung oder von anderen Unfallbeteiligten erstattet werden.