Änderungen beim Lohnsteuerabzug

a) Erhöhung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende
Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wurde zum 1. Januar 2015 von 1.308,- € für das erste Kind um 600,- € auf 1.908,- € angehoben. Zusätzlich erhöht sich der Entlastungsbetrag um 240,- € für jedes weitere zum Haushalt gehörige Kind.
Hinweis zur Berücksichtigung im Lohnsteuerermäßigungsverfahren:
Die durch die Anhebung auf 1.908,- € eintretende steuerliche Entlastung in der Steuerklasse II wird für 2015 vereinfachungshalber insgesamt bei der Lohnabrechnung für Dezember 2015 berücksichtigt. Dies gilt auch, wenn die Voraussetzungen des § 24b EStG in 2015 nicht ganzjährig vorgelegen haben, in diesen Fällen ist der Steuerpflichtige jedoch verpflichtet, für das Kalenderjahr 2015 eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Beachten Sie: In der Steuerklasse II wird nur der Entlastungsbetrag für ein Kind berücksichtigt, auch wenn mehrere zum Haushalt gehörige Kinder vorhanden sind. Grund: Die Zahl der zum Haushalt gehörenden Kinder kann nicht aus der in den ELStAM gespeicherten Zahl der Kinderfreibeträge abgeleitet werden. Der entsprechende Freibetrag von 240,- € und mehr (abhängig von der Zahl der weiteren im Haushalt des Stpfl. lebenden Kinder) kann erst ab dem Lohnsteuerermäßigungsverfahren 2016 für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren berücksichtigt werden.

Allerdings besteht zumindest die Möglichkeit, den Erhöhungsbetrag auf Antrag bereits im Lohnsteuerermäßigungsverfahren 2015 auf die noch verbleibenden Lohnzahlungszeiträume verteilt zu berücksichtigen. Hierzu ist das Antragsformular „Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ oder „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ zu verwenden. Da der Vordruck bisher nur Eintragungsfelder für ein Kind zur Meldung in der Wohnung des Alleinerziehenden und zum Kindergeldbezug vorsieht, sind für weitere Kinder formlos ergänzende Angaben des Arbeitnehmers erforderlich. Für das Ermäßigungsverfahren 2016 ist zur Berücksichtigung des Erhöhungsbetrags im Lohnsteuerabzugsverfahren jedoch ein erneuter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung erforderlich.

b) Erhöhung des Grundfreibetrags
Der Grundfreibetrag wurde zum 1. Januar 2015 von 8.354,- € auf 8.472,- € angehoben. Ab dem 1. Januar 2016 erfolgt eine weitere Erhöhung um weitere 180,- € auf dann 8.652,- €.
Die durch die Anhebung des Grundfreibetrags eintretende Entlastung für 2015 wird ebenfalls zusammengefasst bei der Lohnabrechnung für Dezember 2015 nachgeholt. Damit werden Bürokratiekosten vermieden, die sonst durch die Änderung der einzelnen Lohnabrechnungen entstehen würden. Die Arbeitnehmer müssen hierzu nicht aktiv werden. Für Lohnzahlungszeiträume im Dezember 2015 wird ein geänderter Programmablaufplan zur Verfügung gestellt, eine rückwirkende Änderung des Lohnsteuerabzugs unterbleibt.

c) Erhöhung des Kinderfreibetrags (§ 32 Abs. 6 Satz 1 EStG)
Der Kinderfreibetrag wurde zum 1. Januar 2015 von 4.368,- € auf 4.512,- € (2.256,- € je Elternteil) angehoben. Ab 1. Januar 2016 erfolgt eine weitere Anhebung auf 4.608,- € (2.304,- € je Elternteil.)
Auch die Erhöhung des Kinderfreibetrags wird für 2015 vereinfachungshalber zusammengefasst bei der Lohnabrechnung für Dezember 2015 nachgeholt. Damit werden Bürokratiekosten vermieden, die sonst durch die Änderung der einzelnen Lohnabrechnungen entstehen würden. Die Arbeitnehmer müssen hierzu nicht aktiv werden. Für Lohnzahlungszeiträume im Dezember 2015 wird ein geänderter Programmablaufplan zur Verfügung gestellt, eine rückwirkende Änderung des Abzugs von Lohnkirchensteuer und Solidaritätszuschlag unterbleibt.