Sonderausstattungen und Bruttolistenpreis bei Kfz-Nutzung


a) Problemstellung
Immer wieder werden Fahrzeuge nach der Zulassung mit Zubehöre ausgestattet oder umgerüstet. So z.B. Umbau anlässlich einer Körperbehinderung oder Einbau einer Flüssiggasanlage.
Die Frage ist nun, ob diese Aufwendungen den Listenpreis i.S. des § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG erhöhen.

b) Bemessungsgrundlage für die 1 %-Regelung
Bemessungsgrundlage für die 1%-Regelung ist nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG der inländische Listenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattungen einschließlich der Umsatzsteuer.

Mit Urteil vom 13.10.2010, VI R 12/09, BStBl 2011 II S. 361 hat der BFH entschieden, dass Kosten für den nachträglichen Einbau nicht als Kosten für Sonderausstattung in die Bemessungsgrundlage für die sog. 1 %-Regelung einzubeziehen sind.
Eine Sonderausstattung, die in den inländischen Listenpreis mit einzubeziehen ist, liegt danach nur vor, wenn das Fahrzeug bereits werkseitig im Zeitpunkt der Erstzulassung damit ausgestattet ist.

Wenn der Pkw nach der erstmaligen Zulassung z.B. anlässlich einer Körperbehinderung umgebaut wurde, zählen die Umbaukosten nicht zum Bruttolistenpreis und erhöhen somit nicht die Bemessungsgrundlage für die 1%-Regelung.

c) Fazit
Eine Sonderausstattung im Sinne des Gesetzes liegt nur dann vor, wenn das Fahrzeug bereits werkseitig im Zeitpunkt der Erstzulassung damit ausgestattet ist.

Dass diese nachträglichen Einbauten zu den Anschaffungskosten des Fahrzeugs zählen ist eine andere Thematik, da es dann um die AfA nach § 7 EStG geht.

 

d) Sonderausstattungen nach Zulassung
Sonderausstattungen, die später eingebaut werden, sind z.B. immer wieder: