Übernachtungskosten bei Lkw-Fahrern

 

a) Allgemeines:
Nach den Lohnsteuerrichtlinien können Übernachtungskosten lediglich in tatsächlich nachgewiesener Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden. Insbesondere bei Lkw-Fahrern ergibt sich jedoch ein Nachweisproblem für die Aufwendungen an Raststätten und Autohöfen. Hierzu liegt eine neue Entscheidung vom Bundesfinanzhof vor.

b) Sachverhalt:
Der Kläger war als Kraftfahrer im internationalen Fernverkehr tätig. Im Streitjahr übte er seine Tätigkeit in Deutschland, Dänemark, Schweden, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Frankreich und Spanien aus. Der Kläger hatte die Möglichkeit, in der Schlafkabine des von ihm gefahrenen Lkw zu übernachten.

c) Entscheidung des Bundesfinanzhofs:
Mit Urteil vom 28.3.2012, VI R 48/11 hat der BFH entschieden, dass bei Übernachtungen in der Schlafkabine des Lkw, die Pauschalen für Übernachtungen bei Auslandsdienstreisen nicht anzuwenden sind. Liegen Einzelnachweise nicht vor, sind die tatsächlichen Aufwendungen zu schätzen.

d) Fazit:
Der BFH hat (endlich) bestätigt, dass die einem Lkw-Fahrer für die Nutzung der sanitären Anlagen entstehenden Aufwendungen einerseits zwar schwer nachweisbar, andererseits jedoch zweifelsfrei entstanden sind. Aufgrund des o.g. Urteils sieht der BFH einen Betrag je Übernachtung in Höhe von 5 € als angemessen an. Entsprechende Werbungskosten sollten daher geltend gemacht werden.