Fahrten zum Betrieb des Arbeitgebers

 

a) Grundsätzliches
Die Fahrt zwischen Wohnung und Betrieb des Arbeitgebers kann grundsätzlich nur mit der Entfernungspauschale von 0,30 € je Entfernungskilometer als Werbungskosten angesetzt werden.

Nach Auffassung des BFH (3 Urteile von 9.6.2011) gilt dies jedoch nur, sofern der Arbeitnehmer im Betrieb des Arbeitgebers schwerpunktmäßig tätig wird.

b) Aktuelles BMF-Schreiben der Verwaltung
Mit BMF-Schreiben vom 15.12.2011 hat die Verwaltung auf die o.g. Urteile wie folgt reagiert:

• Die Grundsätze der Urteile sind in allen offenen Fällen anzuwenden.
• Jedoch ist von einer regelmäßigen Arbeitsstätte auszugehen wenn der Arbeitnehmer
einer betrieblichen Einrichtung dauerhaft zugeordnet ist oder in einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers arbeitstäglich, je Arbeitswoche einen vollen Arbeitstag oder mindestens 20 % seiner vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit tätig werden soll.
• Der Arbeitnehmer kann jedoch nachweisen oder glaubhaft machen, dass – abweichend von Punkt 2 – der Betrieb des Arbeitgebers doch keine regelmäßige Arbeitsstätte bildet.

c) Zusammenfassung
Insbesondere bei Arbeitnehmern im Außendienst ist es wichtig, die Anwesenheitszeiten innerhalb und außerhalb des Betriebes – zumindest für einen repräsentativen Zeitraum – aufzuzeichnen und dadurch zu dokumentieren, dass der Betrieb des Arbeitgebers keine regelmäßige Arbeitsstätte darstellt. Gelingt dies, können die Fahrten zum Betrieb nach Reisekostengrundsätzen (0,30 € je gefahrenen Km) geltend gemacht werden.