Geschenkgutscheine an Arbeitnehmern sind Sachlohn und kein Barlohn

 

Mit Urteil vom 11.11.2010, VI R 21/09 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden: Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen bei einem fremden Dritten (hier: Buchhandelskette) einlösbaren Warengutschein (hier: Buchgutschein) über einen in Euro lautenden Höchstbetrag für den Bezug einer Sache aus dessen Warensortiment, so wendet er dem Arbeitnehmer eine Sache zu.

Die Frage, ob Barlohn oder Sachlohn vorliegt, entscheidet sich nach dem Rechtsgrund des Zuflusses, also danach, was der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber beanspruchen kann. Das heißt, dass es allein auf die arbeitsvertragliche Regelung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ankommt, ob Barlohn oder Sachlohn bezahlt wurde.

Die Unterscheidung Bar- oder Sachlohn ist insoweit wichtig, als dass Sachlohn bis zur Höhe von monatlich 44 € steuerfrei gewährt werden kann.

Dies gilt darüber hinaus auch bei beliebigem Gutschein-, Waren-, und Dienstleistungsbezug nach Wunsch des Arbeitnehmers im Wert von 44 € (BFH-Urteil vom 11.11.2010, VI R 26/08). Die Finanzverwaltung war bislang der Ansicht, dass Gutscheine über in Euro lautende Beträge oder Höchstbeträge ausschließlich zu Barlohn und nicht zu Sachlohn führen.