Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz – MicroBilG II

 

Ende November 2012 wurde das Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz – MicroBilG vom Deutschen Bundestag angenommen.

Nach diesem Gesetz können Kleinstkapitalgesellschaften bei verschiedenen Rechnungslegungsvorschriften Erleichterungen oder Befreiungen in Anspruch nehmen.

Kleinstkapitalgesellschaften sind Gesellschaften, die an 2 aufeinanderfolgenden Bilanz­stichtagen mindestens 2 der nachstehenden 3 Merkmale nicht überschreiten:

• 350.000 Euro Bilanzsumme nach Abzug eines auf der Aktivseite stehenden ausgewiesenen Fehlbetrags
• 700.000 Euro Umsatzerlöse in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag im Jahresdurchschnitt 10 Arbeitnehmer

Es sind u.a. folgende Erleichterungen vorgesehen:

• vereinfachte Bilanz
• verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung
• Befreiung vom Anhang
• keine Offenlegung der Bilanz sondern Hinterlegung beim Handelsregister

Das Gesetz gilt erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 30.12.2012 enden. Somit erstmals für Jahresabschlüsse zum 31.12.2012. Die Erleichterungen bzw. Befreiungen gehen wegen den Sonderregelungen zur E-Bilanz aber teilweise ins Leere.

Ein wesentlicher Vorteil dieser Neuregelung ist für die Kleinstgesellschaften, dass für Jahresabschlüsse ab 31.12.2012 gewählt werden kann, ob der (verkürzte) Jahresabschluss im Unternehmensregister offen gelegt wird oder ob er stattdessen beim Betreiber des Bundesanzeigers dauerhaft hinterlegt wird. Wird der (verkürzte) Jahresabschluss hinterlegt, dann kann eine Einsichtnahme in den Jahresabschluss über das Unternehmensregister nicht mehr erfolgen.

Die Einsichtnahme in die Bilanz einer Kleinstkapitalgesellschaft, die ihren Jahresabschluss hinterlegt hat, erfolgt dann nur auf Antrag durch Übermittlung einer Kopie.