E-Bilanz


a) Elektronische Einreichung von Jahresabschlüssen
Bei der Einreichung von Steuererklärungen oder –voranmeldungen ist es rechtlich möglich bzw. sogar vorgeschrieben, die Daten elektronisch an das Finanzamt zu übertragen und vollständig auf eine Einreichung ausgedruckter Formulare/Unterlagen zu verzichten. Die Jahresabschlüsse können aber bisher nicht in elektronischer Form eingereicht werden.

Dies möchte der Gesetzgeber nun mit der Einführung der E-Bilanz ändern. Die E-Bilanz ist also als Teil des Electronic-Government (E-Government) zu sehen, das wiederum die Umstellung von Verwaltung und staatlicher Leistungserbringung hin zur verstärkten Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien darstellt.

b) Vorsicht: Auswertungsmöglichkeiten seitens der Finanzverwaltung
Trotz dieses Hintergrundes und des harmlos klingenden Begriffes „E-Bilanz“ sollte man sich nicht darüber täuschen lassen, dass die neue gesetzliche Regelung die Übermittlung von weit mehr als lediglich bloßen Bilanzdaten verlangt. Es handelt sich also nicht lediglich um eine Änderung des Übermittlungsweges, sondern zum Teil um einen erheblichen Eingriff in die bisherige Buchungspraxis. Die zweite, weniger nach außen getragene Zielstellung des Gesetzgebers ist es nämlich, das Buchungsverhalten der Steuerpflichtigen zu standardisieren und die Detailgenauigkeit zu erhöhen, um bessere Auswertungsmöglichkeiten zu erhalten.

c) Anwendungszeitpunkt
Grundsätzlich sind alle nach dem 31.12.2011 beginnenden Wirtschaftsjahre betroffen. Beim kalenderjahrgleichen Wirtschaftsjahr ist somit das Wirtschaftsjahr 2012 erstmals elektronisch einzureichen.

Die Finanzverwaltung beanstandet es jedoch nicht, wenn im ersten Jahr nach dem bisherigen Verfahren weiterhin in Papierform der Jahresabschluss ans Finanzamt geschickt wird. Wer von der Nicht-Beanstandungsregel Gebrauch macht, muss somit bei kalenderjahrgleichem Wirtschaftsjahr erst den Abschluss 2013 und beim abweichenden Wirtschaftsjahr 2013/2014 elektronisch einreichen.